unsere Vorträge
... mehr erfahren
unsere Vorträge
... mehr erfahren

social media fb social media inst social media inst

Segeln – ein Versuch

Nach vielen Jahren unterwegs mit Pferden, wollte ich nochmals etwas ganz Neues wagen, eine neue Lebensart entdecken. Schon seit Jahren träumte ich von einer Weltumsegelung mit dem eigenen Boot. In Österreich kaufte ich ein Segelboot für gerade mal 6.000 €. Es war zwar schon über 40 Jahre alt, aber auch schon mal um die Welt gesegelt. Das Boot hatte also Erfahrung, ich dagegen war kompletter Anfänger.

Kann ich als Anfänger um die Welt segeln?

Ich bin überzeugt, wenn du etwas wirklich willst, entsprechend motivierst bist, dann findest du einen Weg dir auch in relativ kurzer Zeit das notwendige Wissen anzueignen.

Jetzt wollte ich herausfinden, ob mir das Leben auf dem Wasser überhaupt taugt und fuhr von Österreich über die Donau, Main-Donau Kanal, Main und Rhein, Mittellandkanal und weitere Kanäle bis zur Ostsee. Fürs Segeln lernen selbst blieb mir aber auf der Ostsee keine Zeit, denn die schönste Jahreszeit, den Sommer, wollte ich mit Sonja und unseren Pferden in Kanada verbringen. Daran würde sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Die Ostsee würde daher immer in Konkurrenz stehen zu Kanada. Warum nicht in die Karibik?

Für Sonja stand von vorn herein fest: Segeln? Nein, das ist nicht ihr Ding, da macht sie nicht mit.

Ich fuhr das Boot wieder über die Wasserwege in den Süden, in meinen Heimatort, in der Nähe des Main, um es zu überholen. Wenn man ein altes Boot kauft, dann kauft man auch viel Arbeit. Das hat aber den Vorteil, dass man sein Boot in und auswendig kennen lernt – im wahrsten Sinn des Wortes.

Mein Boot sollte auch einen neuen Namen bekommen: „Rebelde & Gaucho“ in Erinnerung an meine argentinischen Pferde.

Im nächsten Frühjahr ging es über den Main, Rhein und Mosel nach Frankreich, und weiter über Kanäle und Flüsse, wie die Saone und Rhone, ins Mittelmeer.

Ab hier begleitete mich Dani, ein Freund und vor allem ein erfahrener Segler. Gemeinsam wollten wir bis nach Barbados in der Karibik segeln.

Warum nur hatte ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen?

Starker Ostwind fegte uns vorbei am Felsen von Gibraltar hinaus in den Atlantik. Zu dieser Zeit war ich noch alles andere als seefest. Ich lag zusammengekrümmt am Boden unseres Cockpits, mir war speiübel und ich fragte mich, warum nur hatte ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen. Doch noch am selben Abend, kurz vor Einbruch der Dunkelheit, fand ich mitten auf dem Atlantik die Antwort auf meine Frage.

Ich konnte gar nicht begreifen, was ich da sah. Es war so völlig fehl am Platz. Mitten am offenen Meer schaukelte ein kleines Schlauchboot. Immer wieder wurde es von den Wellen verschluckt, dann tauchte es wieder am Wellenkamm auf, und ich sah Arme, die sich bewegten.

Wir nahmen die beiden Schwarzafrikaner an Bord. In ihrem kleinen Schlauchboot hatten sie nichts - kein Wasser, keine Lebensmittel, keine Paddel. Hätten wir sie nicht gefunden, wären sie weiter aufs offene Meer getrieben und verdurstet oder ertrunken.  

Die Übergabe an die Seenotretter bei vier Meter hohen Wellen war für uns alle lebensgefährlich. Das Rettungsboot tastete sich langsam von Backbord heran, stampfte hoch und runter, Gischt spritzte. Immer wieder musste es abdrehen, einen neuen Versuch starten. Bei einem Zusammenstoß mit dem Stahlschiff wäre unserer kleinen Nussschale zerbrochen. Die Flüchtlinge sprangen von einem Boot ins andere - unter Einsatz ihres Lebens - es gab keine andere Möglichkeit.

Das Manöver glückte, mir zitterten die Knie, dass ich kaum mehr stehen konnte. Erst jetzt wurde uns bewusst, was gerade passiert war. Die Rettungsaktion hatte auch uns in Lebensgefahr gebracht. Ein Knistern im Funkgerät, dann meldet sich die Seenotrettungstelle von Tarifa und bedankte sich für unsere humanitäre Hilfe, dann war es still.

Dani und ich saßen im Cockpit, begannen das Chaos zu ordnen.  Unfassbar, welches Risiko Menschen eingehen, auf der Suche nach einem neuen Leben. Wie verzweifelt müssen sie sein.

Auf meinen Reisen hatte ich immer sehr viel Glück. Das Schicksal hat es immer gut mit mir gemeint. War ich in Not, war zur richtigen Zeit, am richtigen Ort jemand da, um mir zu helfen. War das nun meine Berufung zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein? War das der Sinn dieser Segelreise?

Leidenschaft oder die Bereitschaft zum Leiden.

Ab Teneriffa kam Danis Sohn Manuel an Bord. Zu dritt segelten wir über 20 Tage nach Barbados. Die ganze Reise über war ich seekrank. Das Wort Leidenschaft bekam jetzt eine andere Bedeutung: es wird zur Bereitschaft zum Leiden. Viele erfahrene Segler haben mit Seekrankheit zu kämpfen. Doch normalerweise legt sich die Seekrankheit nach den ersten Tagen eines Törns.

Ich war wohl auch selbst schuld. Seit zig Jahren nehme ich keine Medikamente, auch keine gegen Seekrankheit. Ich suchte eine neue Lebensart und hatte nicht vor, mich für den Rest meines Lebens zu dopen. Mein Körper sollte selbst damit zurechtkommen. Diese Zeit wollte ich ihm geben, auch wenn ich mittlerweile litt wie ein Hund.

In Barbados gingen Dani und Manuel von Bord. Ich bin den beiden unendlich dankbar, dass sie mich begleitet haben, ohne sie hätte ich die Fahrt nicht überstanden.

In der Zwischenzeit war ich keineswegs mehr davon überzeugt, dass ich mit dem Leben auf dem Wasser meine neue Lebensart finden werde, aber ich wollte noch nicht aufgeben. Zumindest nach Kuba wollte ich noch segeln, danach würde ich mich entscheiden.

Jetzt war ich noch mehr gefordert, denn ich segelte allein entlang der Inselkette der kleinen Antillen - Saint Lucia, Martinique, Dominica, St. Kitts, St. Martin und die Jungferninseln – und weiter zu den großen Antillen - Puerto Rico, Dominikanische Republik - nach Kuba.

Ich hatte mich damit abgefunden, dass Segeln nicht meine neue Lebensart wird. Doch zumindest bis Australien wollte ich noch segeln und dort das Boot verkaufen.

Nun begleitete mich Oli, ein Freund. Gemeinsam segelten wir von Kuba, nach Mexiko, Belize bis nach Panama, wo ich schweren Herzens Abschied nahm und mein Boot verkaufte.

Segeln fasziniert und begeistert mich. Das Spiel mit dem Wind, die Nutzung seiner Energie, aber auch die Schwierigkeiten und Herausforderungen dieser Reise zu meistern und an ihnen zu wachsen. Doch zu oft stellte ich mir die Frage: „Was mache ich eigentlich hier?“ Eine Frage, die ich mir über all die Jahre, die ich mit Pferden unterwegs war, nicht ein einziges Mal gestellt hatte, egal welche Probleme oder Schwierigkeiten auftauchten.

Meine Pferde hatten mir immer wieder die Türen zu den Einheimischen geöffnet, das Boot hingegen, hat mir diese Türen verschlossen. Das ist mein persönliches Empfinden und sicherlich lag es auch an mir selbst.

Segeln als Lebensstil“ – warum hat es für mich nicht funktioniert?

Sicher hat es auch damit zu tun, dass ich mich nicht 100% darauf eingelassen hatte. Denn meine Pferde in Kanada sind immer noch das Wichtigste für mich.

Es hat eine Weile gedauert, aber schlussendlich habe ich es verstanden: auf dem Wasser bin ich nicht in meinem Element.

Es gehört Mut dazu, seine Träume zu leben, doch es gehört auch Mut dazu, ehrlich zu sich selbst zu sein, egal wieviel Energie und Geld man hineingesteckt hat, ehrlich zu sein und zu sagen, das ist nicht meine Welt. Wenn ich lange Zeit von etwas träume, besteht immer die Gefahr, dass die Realität nichts mit dem Traum zu tun hat. Dafür muss ich offen sein, das kann ich aber nur herausfinden, wenn ich es versuche.


Beim Abenteuer-Segler in Belize

Pionier-Reise Patagonien

Seit Anfang Januar ist Günter wieder mit seinem Segelboot unterwegs, gemeinsam mit seinem Freund Oliver Schwan. Hin- und wieder telefonieren wir. Dann höre ich: „Bei uns ist alles in Ordnung. Es geht und gut.“ Und das war’s dann auch schon. Was für ein guter Erzähler auf der Bühne, und so wortkarg am Telefon! Wenn ich also wirklich wissen will, wie’s ihm geht, muss ich mir wohl selbst ein Bild machen. Außerdem fehlte er mit nach zwei Monaten schon sehr.

Das Ziel vor Augen...

Pionier-Reise Patagonien

Noch 80 km bis Kuba, die Sierra Maestra im Blick - doch nach 2 Tagen Flaute kommt nun der Wind von vorne und Günter kommt nicht so recht vorwärts. Zuletzt war er in der Dom.Rep. an Land, vor ca. einer Woche. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie frustrierend das sein muss. Land in Sicht, aber du kommst nicht hin. Zu hören bekomme ich das natürlich nicht: "Alles in bester Ordnung" funken mir die Satelliten Günters Stimme von mitten auf dem Meer herüber. Nur hin und wieder verplaudert er sich, dann erzählt er, dass er schon mal auf ein Riff aufgelaufen ist, das Schiff sich zur Seite geneigt, aber die nächste Welle es wieder runter gespült hat. Hm, ich glaube, so genau will ich die ganze Wahrheit jetzt gar nicht wissen. Lieber später, bei einem Mojito, am Strand in Kuba, nur die Füße im Wasser,...

Neues vom Abenteuer-Segler

Pionier-Reise Patagonien

Günter liegt gerade vor Anker in Sankt Kitts & Nevis, kleinen Inseln in der Karibik, und wartet darauf, dass Wind und Wellen nachlassen. Von dort hat er mich angerufen… Heute möchte ich etwas ganz Persönliches mit euch teilen, weil ich mich so darüber gefreut habe. Günter hat heute Morgen folgendes zu mir gesagt: „Vielen, vielen Dank für deine Offenheit und dein Vertrauen, aber auch die Chance und Möglichkeit das alles herauszufinden, denn eines ist mir jetzt bewusstgeworden, Hochseesegeln ist nichts für mich. Und die "neue Lebensart" die ich gesucht hatte, wird es auch nicht. Enttäuscht oder traurig darüber bin ich nicht - ich wollte es wissen - hab es herausgefunden - jetzt ist gut – jetzt konzentriere mich auf etwas Neues.“

Die Reise hat einen Sinn...

Pionier-Reise Patagonien

"Sonja, die Reise hat einen Sinn ...", hat Günter gesagt, als er mich gestern Nacht von der kleinen Insel La Garciosa anrief. Sieben Tagen waren Günter und Dani unterwegs gewesen, von Gibraltar bis in den Norden Lanzarotes. Ich war gespannt, welche Selbsterkenntnis Günter wohl während dieser Zeit auf dem offenen Meer gefunden hat, die der Reise einen Sinn geben würde. Doch als er dann erzählte, bekam ich Gänsehaut. Sie haben wahrscheinlich das Leben zweier Menschen gerettet.

Sommer 2017 - Projekte, Träume, Ideen

Pionier-Reise Patagonien

2 neue Projekte - zwei Kontinente 

Nächsten Dienstag soll es losgehen. Ohne es abgesprochen zu haben wollen Günter und ich am selben Tag zu neuen Abenteuern aufbrechen - allerdings auf zwei Kontinenten. 

Günter und ich werden in den nächsten Monaten immer wieder getrennte Wege gehen, denn Günter zieht es aufs Meer hinaus, Leni und ich bleiben vorerst lieber am sicheren Ufer. Er will nach Australien, ich nur vier Wochen alleine in die Berge...

Ankunft in Lübeck

Pionier-Reise Patagonien

Willkommen an der Ostsee! Nach vier Wochen sind wir in Lübeck an der Ostsee angekommen! Unser Weg führte uns die Donau stromaufwärts bis Kehlheim und über den Main-Donau-Kanal zum Main. Vorbei an Günter's Heimat und vielen malerische Städtchen folgten wir dem Main zum Rhein. Jetzt ging es dank der starken Strömung flott voran. Waren wir die Donau bei Passau und Deggendorf im Schritttempo stromaufwärts gekrochen, rasten wir jetzt mit bis zu 20 km/h dahin. 

"Man muss nicht alles bis ins letzte Detail planen",..

Pionier-Reise Patagonien

... das ist Günter Philosophie. Aber ist diese Grobplanung nicht doch etwas dürftig: mit einem Leuchtstift auf der Übersichtskarte. Eine rosa Linie von der Donau bis zur Ostsee. Geht das überhaupt? Kann man 1.800 km auf Flusswegen mit einem Segelboot unterwegs sein? Schafft es unser 25 PS Motor gegen die Strömung der Donau anzukämpfen? Die Skeptiker - und das waren viele - sagten nein.

Aufbruch ins neue Abenteuer

Pionier-Reise Patagonien

Unspektakulär beginnt unser neues Abenteuer, gemütlich und sehr, sehr langsam. In Aschach / Donau im schönen Mühlviertel sind wir gestartet und fahren nun die Donau stromaufwärts in Richtung Rauenberg, Günters Heimat am Main. Und dieses gemütliche Flussabenteuer ist, kurz gesagt, der Beginn unserer Reise nach Australien.

KONTAKT

Günter Wamser und Sonja Endlweber

Obere Müssing 8
Deutschland
97896 Rauenberg

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: +49 9377 1588
Fax: +49 9377 929 300

 

Barbara Kohmanns
Büro Abenteuerreiter

Konradinstr. 10
81543 München
Deutschland

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: +49 89 4805 8279
Fax: +49 89 6146 9556

 

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein optimales Surfen zu ermöglichen.