Neues vom Abenteuer-Segler

11.2.2018 Günter liegt gerade vor Anker in Sankt Kitts & Nevis, kleinen Inseln in der Karibik, und wartet darauf, dass Wind und Wellen nachlassen. Von dort hat er mich angerufen… Heute möchte ich etwas ganz Persönliches mit euch teilen, weil ich mich so darüber gefreut habe. Günter hat heute Morgen folgendes zu mir gesagt: „Vielen, vielen Dank für deine Offenheit und dein Vertrauen, aber auch die Chance und Möglichkeit das alles herauszufinden, denn eines ist mir jetzt bewusstgeworden, Hochseesegeln ist nichts für mich. Und die "neue Lebensart" die ich gesucht hatte, wird es auch nicht. Enttäuscht oder traurig darüber bin ich nicht - ich wollte es wissen - hab es herausgefunden - jetzt ist gut – jetzt konzentriere mich auf etwas Neues.“

Und ich weiß, dass dieses „Neue“, von dem Günter spricht, mich, Leni und vor allem die Pferde wieder einschließt! Auch wenn es mir für ihn leidtut, dass er „diese verdammte Seekrankheit“ nicht überwunden hat, freue ich mich darauf, bald wieder gemeinsam mit den Pferden unterwegs zu sein! Juhu! Leni und ich führen gerade einen Freudentanz auf! Das solltet ihr sehen! Irgendwie sind Günter und ich in Gedanken zwar immer zusammen, aber nun doch schon viel zu lange - seit Juni 2017 nämlich - auf getrennten Abenteuer-Pfaden unterwegs. Und die Sehnsucht wächst…

Die letzten Monate im Zeitraffer...

Während ich im Juni/Juli 2017 mit Rusty, Lightfoot und Leni in der kanadischen Wildnis unterwegs war, fuhr Günter von seiner Heimat, über den Main, Rhein, die Mosel, verschiede französische Kanäle, die Saone und Rhone ins Mittelmeer. Am 26.10.2017 startete er gemeinsam mit Dani, einem Schweizer Freund, in Port St. Louis in Frankreich. Sie durchquerten das Mittelmeer hinaus auf die Kanaren, wo Manuel, Danis Sohn, zu Mannschaft stieß. Zu dritt segelten sie über den Atlantik. Am 14. 01.2018, nach 20 Tagen auf offenem Meer, kamen sie in Barbados an. Nach einer gemeinsamen Woche auf Barbados flogen Dani und Manuel wieder nach Hause. Für Dani schloss sich damit ein Kreis – bereits mit 16 Jahren segelte er gemeinsam mit seinem Vater über den Atlantik – jetzt konnte er das Abenteuer mit seinem eigenen Sohn teilen. Rückblickend sagt Dani: „Für mich war es ein kleiner Lausbubenstreich, mit dem kleinen, alten Boot über das große Meer zu segeln, während die meisten Segler mit ihren Luxusdampfern irgendwo im Mittelmeer hängen bleiben (und Ausreden suchen).“ Seither versucht sich Günter im "Einhandsegeln“, von Insel zu Insel entlang der kleinen Antillen, vielleicht bis Puerto Rico, oder zur Dominikanische Republik, oder bis Kuba. Warum Hochseesegeln nichts für ihn ist? Es gibt viele Gründe, doch ich glaube einer wiegt besonders schwer: „Ich habe bis heute diese verdammte Seekrankheit nicht überwunden, so krass hatte ich mir das nicht vorstellen können.“ Dani hat mir gegenüber bestätigt, dass es Günter wirklich nicht leicht hat: „Wenn’s mir so schlecht ginge, hätte ich schon lange aufgegeben. Günter ist schon ein zäher Knochen!“