Kanada

Durch die Wildnis Kanadas

Im Frühjahr 2010 begann unsere Reise an der kanadischen Grenze und führte uns über vier Jahre durch die Wildnis Kanadas bis an die Grenze zu Alaska.

 

Wieder wollten wir nicht entlang der Straßen reiten, sondern durch das wilde Hinterland. In den USA waren wir einem Weitwanderweg gefolgt, in Kanada aber mussten wir uns unseren eigenen Weg suchen. Zunächst waren wir auf Forstwegen und ATV-Trails unterwegs, dann auf Jagdpfaden und schließlich folgten wir den Spuren der Elche und Karibus auf ihren Wildwechseln.

Im Süden Kanadas ritten wir durch die majestätische Bergwelt der Rocky Mountains und durch die Nationalparks Banff und Japser.

 

Je weiter wir nach Norden kamen, umso umso einsamer und menschenleerer wurde es und umo wilder wurde das Land. Unsere Reise wurde mehr und mehr zur Expedition. Wir waren bis zu vier Monaten in der Wildnis, ohne Kontakt zur Zivilisation. Dazu mussten wir Proviantpakete per Kleinflugzeug in die Wildnis einfliegen lassen. Das kam uns verrückt vor, für die Jäger des Nordens ist das aber ganz normal. Schon lange gab es keine Wanderwege mehr, denen wir folgen konnten, wir waren nun unterwegs auf den alten Pfaden der Jäger und Trapper und auf den Wildwechsel, die von Elchen und Karibus genauso benutzt werden, wie von Grizzlybären, Schwarzbären und Wölfen. Immer wieder bekamen wir auch die wilden Tiere selbst zu sehen. Begegnungen, die uns immer wieder begeisterten.

 

In den nördlichen Rocky Mountains durchquerten wir ein riesiges Wildnisgebiet, die Muskwa-Kechika. Ein Gebiet, so groß wie die Schweiz, doch ohne Straßen und Dörfer. Erstmals waren wir vier Monate am Stück in der Wildnis unterwegs, ohne Kontakt zur Zivilisation. Die größte  Herausforderung in diesem Gebiet waren die zahlreichen Flüsse, die wir durchqueren müssen. Hier wurde uns einmal mehr bewußt, wie wichtig die Pferde für uns sind. Sie sind für uns viel mehr als nur Reittiere und Lastenträger. Sie sind unsere Weggefährten. Ohne sie hätten wir die Reise nicht machen können. Dank der Packpferde können wir Proviant für bis zu vier Wochen transportieren und die Reitpferde haben uns sicher durch Flüsse getragen, die wir aufgrund der eiskalten Wassertemperatur nie hätten durchschwimmen können.

 

Verganenes Jahr ritten wir durch das Yukon Territorium. Hier in Kanadas echtem  Norden kann man die Wildnis noch so erleben, wie sie die ersten Goldsucher vorgefunden haben und Jack London sie beschrieben hat: Unbegrenzte Weiten, endlose Wälder, glasklare Seen, majestätische Berge und riesige Gletscherwelten. Wieder waren wir monatelang draußen unterwegs, ohne auch nur eine Straße zu überqueren. Es war ein herausfordernder Sommer, der uns und den Pferden viel abverlangt hat, aber auch ein fantastisches Erlebnis.

 

Im Herbst 2012 kamen wir in dem alten Goldgräberstädtchen Dawson City nahe der Grenze zu Alaska an. Den Winter verbringen wir um Yukon. Die Pferde und wir müssen mit Temparturen von bis zu -40 Grad zurecht kommen. Dafür werden wir mit einer herrlichen Winterlandschaft und viel Sonnenschein belohnt, und unsere Pferde sind auf einer riesigen Koppel und dürfen soviel Heu fressen, wie sie nur wollen.

 

Reiseroute durch Kanada